Tegernsee und Ludwig Erhard

Ludwig Erhard (1897 -1977) ist einer der wichtigsten Politiker, die das Wirtschaftssystem Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg prägten. Das Tegernseer Tal war nicht nur sein Altersruhesitz, er ging von hier aus auch bis zuletzt seiner politischen Arbeit im Deutschen Bundestag nach.

Der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1963 bis 1966 war zuvor, von 1949 – 1963, Bundeswirtschaftsminister und gilt als Vater des „deutschen Wirtschaftswunders“.  Seine Theorien zur Sozialen Marktwirtschaft bestimmten maßgeblich das Wirtschaftssystem in Deutschland. Das Schlagwort „Wohlstand für alle“ wurde zum Slogan eines prosperierenden Landes.

Bereits in den 1950er Jahren erwarb Familie Erhard einen Zweitwohnsitz in Gmund am Tegernsee. Vom Tegernseer Architekt Sep Ruf, der auch den Kanzlerbungalow in Bonn entworfen hatte, ließ sich Erhard in Gmund am Tegernsee ein Haus entwerfen. Nach dem Rücktritt Erhards als Kanzler verlegte die Familie Anfang 1967 ihren Lebensmittelpunkt nach Gmund am Tegernsee. Ludwig Erhards Grab liegt am Gmunder Bergfriedhof.

Ein geschichtsträchtiger Ort

Das Tegernseer Tal ist seit Jahrhunderten ein Ort, an dem sich Politik und Wirtschaft, Macht und Mächtige, Vordenker und Vorreiter treffen.

Das Benediktinerkloster Tegernsee, 746  gegründet, war bis zur Säkularisation ein Zentrum geistiger Kultur mit mächtigen Einflussgebiet zwischen München, Südtirol und der Donau. 1817 wurde das aufgelassene Kloster Sommersitz des bayerischen Königs. In seinem Gefolge trafen sich  Kaiser, Könige und Zaren am Tegernsee, später dann die Hautevolee aus Kunst und Kultur. Nach dem 2.Weltkrieg war Tegernsee zunächst Ferienziel für Politiker und Wirtschaftskapitäne. Wer prominent ist, aber unerkannt und zurückgezogen leben möchte, findet am Tegernsee seine Heimat.  Der Geist der Ortes ist geblieben: hier gibt es Raum für Inspiration und Ideen, für Diskussion und Diskurs, Innovation und Vordenkertum.

Die Vision

Wirtschaft trifft Politik trifft Medien – zum Ludwig-Erhard-Gipfel sind Vertreter der Elite aus Politik, Wirtschaft und Medien geladen. Es ist ein Jahresauftakt für Entscheider, die mit Impulsvorträgen und Podien zu brennenden Themen unserer Zeit interessante Denkansätze und neue Lösungswege finden wollen. Auch wenn es keinen Masterplan für eine soziale Marktwirtschaft im globalen Wettstreit gibt, so lassen sich doch im Diskurs Möglichkeiten für eine menschen-(art-)gerechte Wirtschaftsform ausloten.